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Eine kleine Rezension zu Linpus Linux 9.6 Full

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Viva o Linux: Linpus Linux 9.6 Full - pequena revisão von Jorge Guardiola Meinhardt, veröffentlicht am 22.07.2009.

Übersetzt aus dem Portugiesischen von Bequimão

Entstanden aus diesem Forumsthread [1]

Eine kleine Rezension zu Linpus Linux 9.6 Full

Mein Notebook Acer Aspire 5570z kam vorinstalliert mit einer extrem reduzierten und veralteten Version der Distribution Linpus Linux. Ich wollte jedoch eine Version, die die vorhandene Hardware vollständig erkennt, und so kam ich auf die Idee, die neueste Linpus Version zu testen, und habe sie dann auf meiner Festplatte installiert.

Selbst wer als Normaluser schon Linux seit einiger Zeit benutzt und keine Ambitionen hat, das System von Grund auf zu verstehen, will doch etwaige Installations- und Konfigurationsprobleme gelöst sehen, weil ja alle Hardwarekomponenten funktionieren müssen. So habe ich mich denn auf die Suche gemacht und wirklich darauf gesetzt, daß es aktuelle Versionen mit vollständigem Hardwaresupport, herstellerspezifischen Treibern und guter oder wenigstens hilfreicher Doku gibt, wenn auch auf Englisch.

Obwohl ich auf Hinweise gestoßen bin, daß die zum Download verfügbare letzte Version dieser Distribution (Linpus Linus Lite 9.4. - die anscheinend noch standardmäßig auf dem Netbook Acer One neben anderen Betriebssystemen installiert wird) längst nicht mehr an die aktuellen Versionen von Fedora 8.0 - wovon Linpus abgeleitet ist - angepaßt wird, habe ich weitere Informationen auf der Homepage von Linpus selbst gesucht. Neben diesem Linpus Linux Lite 9.4 stieß ich auf eine neue und aktuelle Version (Linpus Linux 9.6 - Full) und habe meine ganze Hoffnung darauf gesetzt.

Wenn man sich die Homepage anschaut, fällt auf, daß der Enduser offensichtlich nicht im Mittelpunkt steht. Man verfügt ja über einen Mega-Markt bei den chinesischen Herstellern von Notebooks und Netbooks, neben Acer selbst auch noch Asus, Toshiba und Lenovo - nur um die bekanntesten zu nennen -, an die laut Homepage in 2 oder 3 Jahren mehr als 5 Millionen Kopien verkauft wurden.

Es gibt kein brauchbares Supportforum, und die zum Download vorhandenen Handbücher beschränken sich auf die Netbooks. Es war unmöglich, Handbücher oder Installationsanleitungen zur letzten Vollversion (9.6) zu finden. Beim Anklicken des Ikons der aktuellen Version wird man einfach zur vorhergehenden Seite (Linpus Linux Lite) weitergeleitet, wo man dann nur den jeweiligen Hersteller auswählen kann.

Nach dem Download von Lite 9.4 (699 MB) und der Komplettversion 9.6 (3,6 GB) und dem Brennen auf CD bzw. DVD, ging ich auf die Suche nach Installationsanleitungen, Bootoptionen (im Original: Cheatcodes), Handbüchern und so fort auf den gerade gebrannten Datenträgern, weil es sonst nichts gab. Das hätte ja gut möglich sein können, daß bei der Datenmenge brauchbares Material auf Englisch dabei ist. Vielleicht gab es ja in Textarchiven wie Readme, Install oder Release die gesuchte Information, aber das habe ich nur in traditionellem Chinesisch oder Mandarin gefunden. Auf Englisch fand ich nahezu nichts.

Im Installationsarchiv (auf Chinesisch natürlich) konnte ich die verschiedenen Schritte nachvollziehen, da es Skizzen oder schon bekannte Screenshots gab, und zu den Bezeichnungen auf Chinesisch in Klammern englische Übersetzungen standen. Somit konnte ich sehen, daß die Installation den bekannten Mustern von anderen Distributionen folgte, die auch auf Debian Hardy aufsetzen.

Man hätte annehmen können, daß die Installation von Beginn an absolut problemlos funktioniert, da ja hinter dieser Firma bekannte Hersteller von portablen PCs stehen, aber das war so nicht der Fall. Gezwungenermaßen wendete ich das Trial-and-Error-Verfahren an: Ich versuchte die verschiedenen aus anderen Distributionen bekannten Cheatcodes, bis ich den ersten Bootvorgang mit diesem Notebook bejubeln konnte.

Bei Linpus Linux Lite (Version 9.4) handelt es sich um eine Live-CD, die anscheinend für Netbooks erstellt ist. Ich kam nicht über den ersten Screen hinaus unabhängig von den benutzten Cheatcodes, aber zumindestens habe ich entdeckt, daß es sich um eine Live-CD handelt. Die Komplettversion (9.6) ist jedoch keine Live-DVD. Sie ermöglicht nur die Installation auf der Festplatte oder das Recovery einer bereits installierten Version. Mir gelang die Installation auf der Festplatte, indem ich genau wie bei anderen Distributionen vorging (auf diesem Notebook Acer Aspire 55570z), d.h. mit den Optionen noapic und noapci.

Der installierte Kernel ist auf demselben Stand wie bei andereren aktuellen Distributionen, die die Hardy-Repos (2.6.24) benutzen, und der Stand von KDE ist 3.5.10. Und somit stammt die Distribution nicht mehr somit nicht mehr von Fedora, sondern von Debian ab.

Zu meiner Überraschung funktionierte gar nichts, was ich an Hardwareunterstützung erhoffte, nicht einmal die Funktionstasten für Lautstärke und Helligkeit wurden aktiv. Bluetooth und Wi-Fi (WLAN) natürlich auch nicht. Bei BigLinux 4.2 (mit derselben Kernelversion wie Hardy) funktioniert das alles schon mit der Erstinstallation mit automatischer Konfiguration. Hier jedoch von WLAN-Unterstützung keine Spur, Webcam erst recht nicht.

Die einzige positive Überraschung war, daß das Installationsmenue von Anfang an auf Portugiesisch verfügbar war. Ich entschied mich trotzdem für Englisch, weil ich bessere Hilfetexte nach der Installation erhoffte. Wieder nichts ...

Nachdem ich ein paar Stunden getestet hatte, fing ich an, ein Update aus den Repos oder wenigstens eine Verifizierung derselben zu versuchen. Ich versetzte mich in einen total unerfahrenen Linux-User und benutzte Synaptic (die vorinstallierte Paketverwaltung). Alles, was kam, waren Fehlermeldungen. Ich überprüfte in Synaptic selbst die eingetragenen Paketquellen, wo es nur die von Linpus selbst gab. Austauschen oder Hinzufügen von anderen Quellen ging nicht, die Anwendung war gesperrt. Auch als Root war es unmöglich. Danach testete ich noch in der Konsole apt-get, selbst als Root ohne Erfolg.

Ich hätte noch weiter machen und andere Repos von Debian Hardy über die sources.list eintragen können. Aber mein Ziel war eine einfache, direkte, problemlose Installation, die einwandfrei läuft und von jedem User unabhängig vom Niveau zu Aktualisierungen benutzt werden kann.

Es sind nur die Repos von Linpus selbst eingetragen, und alle nicht auf Sendung (Fehler 404). Ich habe es zu späteren Zeitpunkten nochmals versucht - es hätte sich auch um Serverprobleme handeln können. Nichts ging, und ich gab es endgültig auf. Danach spielte ich nochmals Sidux auf, und wie zu erwarten, nach 6 Minuten war die Installation fertig und die Hardware nahezu vollständig erkannt und aktiviert. Vielleicht war ich etwas voreilig und hätte irgendwann später noch einen Versuch mit den Repos starten sollen. Aber ich war dermaßen enttäuscht, daß ich davon Abstand nahm.

Somit kann ich die ersten Linux-Erfahrungen eines Anfängers mir vorstellen und warum viele, wenn nicht die Mehrheit auf Windows-Raubkopien (im Orignal: Piratenversionen) ausweicht und munter losklickt, ohne je eine anwenderfreundlichere Distribution mit echten Infos und Support zu versuchen.

Mir ist klar, daß die Version Linpus Linux Lite auf den Netbooks Acer One, oder auch bei anderen Marken, die einzige Möglichkeit ist, alle Funktionalitäten zu nutzen. Unglücklicherweise war das bei der Komplettversion von Linpus Linux bei meinem Acer Notebook nicht der Fall.

Ein Resumee: Es war eine große Enttäuschung, besonders weil ich zu den proprietären Treibern der Notebook-Hersteller zu gelangen hoffte. Vielleicht hat jemand nach einiger Zeit Geduld für einen zweiten Versuch ...

Als Vorschlag für diese Distribution - aber das wäre Eulen nach Athen tragen, denn darauf werden sie nie hören - sollten sie alternativ andere Hardy-Repos sowohl für Software-Updates und als auch für zusätzliche Softwareinstallationen zulassen, und sich selbst auf die eigenen Module und herstellerspezifische Treiber beschränken.

Sicher hätte ich das auch noch selbst geschafft, wenn ich etwas weiter gefrickelt hätte, aber habe nun einmal aufgegeben. Ich ziehe die nationalen Distributionen vor.

Normalerweise kritisiere ich keine Distribution so scharf, weil ich Freie Software sehr hoch schätze und die oft anonyme und freiwillige Arbeit der Entwickler zu würdigen weiß. Aber hier trifft das keineswegs zu, denn es handelt sich um eine ausschließlich kommerzielle Distribution, von der man zumindestens Sorgfalt beim Support und Dokumentation erwarten kann. Dieses Produkt wird weltweit vorinstalliert auf verschiedenen Märkten vertrieben! Stattdessen sollte man sich nur auf den Netbook-Markt konzentrieren!


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